Der Reisebericht Nepal 2002 auch als PDF-Datei verfügbar: PDF

 

back1 Montag/Dienstag, 23./24.09.2002 – Abflug München – Doha

Um 23.15 Uhr fliegen wir von München ab nach Nepal via Doha und landen in Doha am Dienstag um 7.30 Uhr. Der Weiterflug nach Kathmandu ist geplant für ca. 11.00 Uhr. Die erste Überraschung erleben wir in Doha – wir werden in das Hotel Sofitel gebracht (Gepäck und Reisepässe bleiben am Flughafen) und dort mit einem Frühstück bewirtet. Nett, dass man uns nicht auf dem Flughafen sitzen lässt. Nun heisst es warten auf unseren Weiterflug. Merkwürdig ist allerdings, dass nach einiger Zeit Zimmerschlüssel und Coupon‘s für Mittagessen, Abendessen und Frühstück ausgegeben werden. Wieso das? Wir wollen doch hier nicht übernachten! Irrtum! Wir müssen! Wie wir später erfahren, verunglückte in Kathmandu ein Hubschrauber auf der Landebahn, und kann wegen starken Regens am selben Tag nicht mehr repariert werden. Also, da hilft alles nichts; inzwischen sind wir Strapazen dieser Art ja schon gewöhnt; wir müssen in Doha übernachten und können erst am nächsten Tag nach Kathmandu weiterfliegen. Das Hotel ist zwar sehr gut, aber so richtig geniessen können wir es nicht. Unser Gepäck bleibt nach wie vor am Flughafen und wir haben keine frischen Klamotten! Unser Versuch, uns die Zeit mit einem kleinen Spaziergang in Doha zu vertreiben, scheitert schlagartig. Es ist so unglaublich heiss, dass wir schnellstens wieder ins Hotel flüchten.


back1 Mittwoch, 25.09.2002 – Doha – Kathmandu

Endlich geht es um 13.30 Uhr weiter nach Kathmandu - mit gemischten Gefühlen. Hoffentlich wurde unser Reiseleiter informiert, ob er wohl am Flughafen ist?

Wir landen um 19.30 Uhr, können unser Gepäck in Empfang nehmen und – gottseidank – unser Reiseleiter "Jan" wartet bereits auf uns. Geschafft! Der Urlaub kann beginnen.

Wir werden zum Hotel "Kantipur Temple House" gebracht, wo wir äußerst freundlich empfangen werden. Unser Reiseleiter stattet uns mit einem Stadtplan von Kathmandu aus und überreicht jedem von uns eine schöne Papier-Schriftrolle, auf der unsere ganze bevorstehende Rundreise per Hand geschrieben steht. Zugleich werden wir aufgeklärt, wie man sich in Nepal begrüßt:"NAMASTE".

Unseren Hunger stillen wir auf Empfehlung unseres Reiseleiters mit "Momo" (gefüllte Nudelteigtaschen - schmecken prima!) und verbringen in dem gemütlich eingerichteten Hotel unsere erste Nacht in Nepal.


back1 Donnerstag, 26.09.2002 – Changu Narayan – Bhaktapur

Unser Reiseleiter holt uns pünktlich wie vereinbart um 9.30 Uhr in unserem Hotel ab und wir gehen auf unsere erste Entdeckungsreise. Ganz schön abenteuerlich, wie hier gefahren wird! Ein paar Regeln, der hiesigen Fahrerei lernen wir ziemlich schnell:

  Eine vierspurige Fahrbahn hat mindestens 8 Spuren!

  Autofahren mit kaputtem Motor – kein Problem, aber fahren ohne   Hupe unmöglich!

  Eigentlich herrscht in Nepal "Links-Verkehr", aber so richtig   festzustellen ist das meistens nicht!

  Die Kühe sind heilig, da wird drumherum gefahren!

  Fußgänger werden weg gehupt – rette sich wer kann!

  Überholen erlaubt – an jeder Stelle – auch an den   Unübersichtlichen!

Zum Glück müssen wir nicht selbst fahren, das "Gefahren werden" ist schon aufregend genug. Unser Chauffeur aber ist ein guter Autofahrer und bringt uns gesund und sicher durch die ganze Reise.

Wir fahren nach Changu Narayan, zum ältesten Vishnu-Tempel des Königstals.

Nördlich von Bhaktapur auf einer Höhe von ca. 1600 m ist das Newar-Dorf Changu zu finden und ganz oben steht der älteste Tempel des Kathmandu Valley, der Changu Narayan. Die Fahrt dorthin ist traumhaft schön.

Vorbei an alten Backsteinhäusern gehen wir die Dorfgasse hoch zum Tempel. Währenddessen erzählt uns unser Reiseleiter die Legende über den Schlangengott Takshaka Naga und Garuda. Der Tempel ist in einem Hof gelegen, umgeben von einigen kleineren Schreinen und Figuren.

Nach der Besichtigung gehen wir auf unsere erste Wanderung durch Reisfelder und auf alten Dorfpfaden, etwa 2 Std. bergab nach Bhaktapur. Leider regnet es fast den ganzen Tag, aber trotzdem macht uns die Wanderung sehr viel Spaß. Wir haben Gelegenheit, erste Eindrücke zu sammeln und bestaunen die wunderschöne Landschaft.

In Bhaktapur angekommen, besichtigen wir die dritte Königsstadt mit Durbar Square und Palastbezirk. Einfach faszinierend!

Sehr schnell stellen wir fest, dass unser Reiseleiter ein absoluter Profi ist und ein enormes Wissen über Kultur und Geschichte hat. Es ist ein wahrer Genuss ihm zuzuhören. Doch wie soll man sich das alles merken können? Wie hießen die Tempel, Götter und Göttinnen doch alle gleich? Gut, dass wir den Reiseführer "Know How" dabei haben und alles nachlesen können. Nicht umsonst spricht man über Nepal vom Land der abertausend Berge, Götter und Legenden.

Und so reiht sich ein Tempel an den anderen, wir können uns gar nicht satt sehen, es ist unglaublich interessant und schön, aber unmöglich alle Namen und Geschichten zu behalten. Unser Reiseleiter Jan versteht es, uns trotz der vielen unaussprechlichen Namen, Kultur und Geschichte sehr kurzweilig nahezubringen.

Anschließend fahren wir weiter nach Dhulikhel, übernachten nach einem nepalesischen Abendessen im Hotel Himalayan Horizon, das einen wunderschönen Ausblick auf Berge bieten würde (wie uns Jan versichert), wenn nur die Wolken nicht wären!


back1 Freitag, 27.09.2002 – Dhulikhel – Panauti

Ein ganztägiges Wanderprogramm haben wir heute vor uns in der Umgebung von Dhulikhel (1.524 m) bis zum mittelalterlichen Newari-Dorf Panauti.

Der Sonnenaufgang um 6.15 Uhr ist herrlich, aber leider können wir auch heute die „Achttausender“ noch nicht sehen. Der Monsun ist noch nicht ganz zu Ende. Der Regen hat zwar aufgehört, aber der Himmel ist bewölkt.

Gegen Abend fahren wir, bereichert mit neuen Eindrücken, zurück nach Dhulikhel ins Hotel.


back1 Samstag, 28.09.2002 – Pashupatinath – Bodnath

Am Morgen fahren wir zurück nach Kathmandu und besuchen die Verbrennungsstätte von Pashupatinath am Bagmati-Fluss, Nepals wichtigstes hinduistisches Heiligtum und der Zielort zahlloser Pilger und Sadhus. Der Pashupatinath-Tempel ist Shiva in seiner Form als "Herr der Tiere" geweiht und stammt aus dem Jahre 1696.

An der Südostseite des Tempel-Hauptgebäudes überspannen zwei kleine Brücken den schmalen Bagmati-Fluss. Wenige Meter südlich der Brücken befindet sich das Surya Ghat ("Ufer der Sonne"), wo auf speziellen Plattformen die gewöhnlichen Sterblichen nach ihrem Tode verbrannt werden. Der Tote wird zum Ufer gebracht, das Brennholz wird aufgeschichtet, der Tote daraufgelegt, und nach kurzem Ritus geht der Scheiterhaufen in Flammen auf. Um nicht zu stören, beobachtet man am besten vom anderen Ufer aus.

Ein sehr seltsam anmutendes und beklemmendes Erlebnis!

Danach besuchen wir die Stupa von Bodnath, Zentrum der Tibeter im Königstal. Mit einem Durchmesser von 40 m ist sie eines der größten buddhistischen Bauwerke der Welt.

Auch hier weiß Jan eine Legende zu erzählen, wonach die Stupa von einem Mädchen namens Kangma erbaut worden sein soll.

Da Bodnath vor allem von tibetanischen Buddhisten verehrt wird, hat sich um das Heiligtum eine tibetanische Siedlung gebildet, die das Gelände um die Stupa kreisförmig umschließt. Neben Wohnhäusern gibt es hier zahlreiche Geschäfte, die tibetanische Souvenirs anbieten. Auch wir kommen an den Souvenirs nicht vorbei und kaufen ein wunderschönes "Mandala-Bild".


back1 Sonntag, 29.09.2002 – Rafting auf dem Trisuli-Fluss

Heute geht es nach Fishlingtar, wo unser halbtägiges Rafting mit einem Schlauchboot über die moderaten Stromschnellen des Trisuli auf dem Programm steht. Für uns etwas völlig Neues.

Zunächst werden wir "Rafting-mäßig" ausgestattet mit Helm und Schwimmwesten. Lustig schauen wir aus! Der Bootsführer gibt uns noch Anweisungen, wie wir uns zu verhalten haben und drückt jedem von uns ein Paddel in die Hand. Na, das kann ja heiter werden, mitpaddeln sollen wir auch noch! Jan grinst uns schon ganz hinterlistig an. Er ist ja schon "Rafting-erfahren" und weiß, was auf uns zukommt.

Also, los geht’s – einsteigen – und ab die Post. Wird schon gut gehen!

Zunächst gleitet das Boot schön gleichmäßig und ruhig über den Fluss und wir genießen die herrliche Landschaft. Der Bootsführer gibt die Kommandos und wir paddeln fleißig mit. Das macht ja richtig Spaß! Zwischendurch bekommen wir sogar noch Gelegenheit, zu fotografieren. Aber irgendwie werden wir das Gefühl nicht los, dass das nicht alles sein kann. Richtig, wir hören doch was. Der Fluss macht eine leichte Biegung und die erste Stromschnelle ist in Sicht. Oh je, und jetzt? Paddeln – festhalten – irgendwie versuchen, nicht aus dem Boot zu fallen – die Wellen schwappen über’s Boot und wir sind klatschnass! Eine Riesen-Gaudi!

Und dann kommt sie: "Die Stromschnelle"! Plötzlich sehe ich nur noch Beine, irgendein Paddel in der Luft und schon war ein Passagier weniger im Boot. Mit vereinten Kräften zerren wir unseren Rafting-Kollegen nach seinem unfreiwilligen Bad wieder ins Boot und weiter geht’s über die "moderaten" Stromschnellen.

Nachdem wir unsere tropfnassen Klamotten mit trockenen ausgetauscht haben, fahren wir am Nachmittag weiter zum Royal Chitwan Nationalpark, einem der letzten verbliebenen Primär-Dschungel des Terai.

Bereits auf dem Weg zum Nationalpark sehen wir die Spuren der Überschwemmungen. Die Landschaft wurde teilweise ziemlich verwüstet. Und das ist auch der Grund, dass wir nicht mit dem Auto zu unserer Lodge gebracht werden können. Das Wasser steht noch viel zu hoch. Wie kommen wir zur Lodge? Ganz einfach: ein Elefant holt uns zu unserer großen Freude ab und bringt uns alle zusammen einschließlich Gepäck zu unserer Unterkunft. Dass wir so schnell zu unserem ersten Elefantenritt kommen, hätten wir nicht gedacht. Ein schöner Auftakt, so kann es weitergehen.


back1 Montag, 30.09.2002 – Chitwan Nationalpark

Der Chitwan Nationalpark umfasst ca. 930 km² und ist somit eines der größten Dschungelgebiete Nepals.

Nachdem wir am Vorabend einen Dia-Vortrag über den Artenreichtum der Tierwelt im Chitwan Nationalpark gesehen haben, sind wir schon ganz heiß auf unsere erste richtige Elefanten-Safari durch den Dschungel. Um 6.30 Uhr geht’s los. Wir halten Ausschau nach den Tieren, die es hier geben soll: Bengalischer Tiger, Leoparden, Schakale, Indische Füchse, Streifenhyänen, Wildhunde, Nashörner, Affen, Hirsche, Wildschweine, Mungos, Mäuse-, Hasen- und Eichhörnchenarten, 400 Vogelarten, 150 Schmetterlingsarten, Schlangen, Skorpione, Insekten.

Das Ergebnis ist noch nicht berauschend, aber macht nichts, wir haben ja noch mehrere Safaris vor uns. Und Spaß hat es trotzdem gemacht.

Nach dem Frühstück gehen wir zum Elefanten-Breefing und begleiten anschließend die Elefanten-Dame zum Baden an den Fluss.

Während des Mittagessens (was auch hier ausgezeichnet schmeckt) unterhalten wir uns gerade mit Jan über die Tiere im Dschungel. Wäre doch schön, wenn wir ein Nashorn oder gar einen Tiger sehen würden. Jan springt plötzlich hoch und sagt: Da ist doch gerade ein Nashorn in den Garten gegangen! Jaja, ist ja gut Jan, deine Fantasie geht mit dir durch! Falsch! Da steht wirklich ein Nashorn und frisst genüsslich Gras. Wir trauen unseren Augen nicht! Wir werden schnell aufgeklärt, es handelt sich um ein zahmes Nashorn. Es ist 5 Jahre jung, ein Waisenkind und wurde von Menschenhand aufgezogen. Und: es lässt sich sogar streicheln!

Um 16.00 Uhr steht die nächste Safari an: eine Jeep-Safari. Leider bekommen wir auch diesmal keine Tiere zu sehen.


back1 Dienstag, 01.10.2002 – Chitwan Nationalpark

Unsere Lodge ist gemütlich eingerichtet und sehr sauber. Etwas mehr Licht könnte nicht schaden, aber auch daran gewöhnen wir uns schnell.

Die morgendliche Elefanten-Safari verläuft schon ein wenig erfolgreicher als bisher. Immerhin entdecken wir einen Fuchs, verschiedene Vögel, Rehe, einen Schakal, Antilopen, Affen, Eichhörnchen und einen Hirsch. Nur der Tiger, der hat sich noch nicht gezeigt!

Nach dem Frühstück besuchen wir ein Tharu-Dorf in der Nähe des Nationalparks und heute nachmittag gehen wir auf die letzte Elefanten-Safari im Chitwan Nationalpark. Gleich zu Beginn entdecken die Phanit’s eine frische Spur, der wir dann eineinhalb Stunden spannungsgeladen gefolgt sind. Und tatsächlich – wir sehen 2 wilde Panzernashörner! Ein Highlight unserer Reise!


back1 Mittwoch, 02.10.2002 – Lumbini

Die Tage vergehen hier viel zu schnell und so heißt es heute schon wieder Abschied nehmen vom Nationalpark.

Auf dem Terai Highway fahren wir zum 180 km entfernten Lumbini, dem Geburtsort Buddha’s. Beeindruckend, an einem Ort wie diesem zu stehen. Wir genießen die wundervolle stille Atmosphäre und besichtigen die Ausgrabungsstätte.

Anschließend fahren wir auf dem Siddharta Highway zum 1.371 m hoch gelegenen Tansen (76 km). Die Fahrt dorthin ist traumhaft.

Wir unternehmen noch eine schöne Wanderung und schließen den Tag mit einem guten nepalesischen Essen ab. Das 1600 m hoch auf dem Srinagar Hill gelegene Hotel "Srinagar" – ist allerdings kein Highlight!!! Aber mit Abstand die beste Unterkunft am Platz.


back1 Donnerstag, 03.10.2002 – Tansen

Heute Morgen klingelte unser Wecker um 5.30 Uhr. Wir möchten den Sonnenaufgang sehen und vor allem: die Berge! Man soll doch hier so einen grandiosen Blick auf die Berge haben. Wir gehen auf die "Terrasse" (das Hotel "Srinagar" ist der reinste Alptraum) und warten. Eigentlich müsste es klar werden, wenn die Sonne aufgeht, bis jetzt ist noch alles wolkenverhangen.

Soweit ein Sonnenaufgang so etwas noch entschädigen kann, na ja, er hat sein bestes getan!

Schade! Aber morgen klappt’s bestimmt!

Nach dem Frühstück wandern wir zum Magar-Dorf Thumka und genießen immer wieder die unglaublich schöne Landschaft. Man muss es selbst gesehen haben, denn Worte reichen für dieses Traumland nicht aus. Es ist fantastisch.

Magar – eine der 36 verschiedenen Volksgruppen. Zu den wichtigsten nepalesischen Volksgruppen gehören die: Newar, Gurung, Magar, Thakali, Rai, Tamang und Sherpa.

Am Nachmittag haben wir Gelegenheit zu einem Rundgang durch die "Stadt" Tansen (30.000 Einw.). Wir spazieren durch verwinkelte, altertümliche Gassen, vorbei an vielen Geschäften mit metallenen Haushaltsgegenständen, die hier hergestellt werden. Neben einem alten Stadttor, das angeblich das höchste in Nepal sein soll, gibt es noch weitere imposante Bauten wie den Narayan-Tempel, den Ranamjeshwari-Tempel und den Rana-Palast.


back1 Freitag, 04.10.2002 – Fahrt nach Pokhara

Traurig sind wir nicht, dass wir das Hotel Srinagar verlassen, aber leider haben wir auch heute Morgen die Berge nicht gesehen. Das Wetter spielt wieder nicht mit.

Also fahren wir weiter zum 120 km entfernten Pokhara - eine großartige bewegte Gebirgsfahrt mit vielen Stopps zum Fotografieren.

Im Gegensatz zu Kathmandu bietet Pokhara kaum kulturelle, aber jede Menge landschaftliche Höhepunkte. Der Ort befindet sich in 884 Meter Höhe inmitten eines fruchtbaren, 124 km² großen Tals. Darin eingebettet liegen sieben Seen, davon drei größere. An der Westseite von Pokhara erstreckt sich das malerische Fewa Tal oder der Fewa Lake. Der Name Pokhara bedeutet nichts anderes als "See". Und von hier aus soll man großartige Ausblicke auf das Annapurna-Massiv und das Dhaulagiri-Massiv haben. Zumindest erzählt uns Jan immer wieder davon!

Wir werden in dem sehr schönen Hotel Bluebird untergebracht und genießen noch ein Bad im Swimmingpool. Leider regnet es den ganzen Nachmittag bis abends, so dass wir an unserem freien Nachmittag nicht mehr viel unternehmen können. So nutzen wir die Zeit zum entspannen und erholen uns von unseren doch teilweise etwas anstrengenden Wanderungen.


back1 Samstag, 05.10.2002 – Pokhara – Tibetische Siedlung – Devis Fall

Unser Wecker klingelt auch heute Morgen um 5.30 Uhr, wie jeden Tag! Ob wir heute die Berge sehen? NEIN! Wir sehen sie wieder nicht – Wolken – Regen! Wir müssen Jan mal fragen, ob es in Nepal wirklich Berge gibt. Allmählich bekommen wir Zweifel.

Zunächst fahren wir zum Fewa-See, um dort mit dem Boot nach ca. 40 Minuten zum Ausgangspunkt unserer nächsten Wanderung zu gelangen. Nach einem ziemlich steilen Aufstieg kommen wir zur "Friedens-Stupa".

Inzwischen hat es aufgehört zu regnen und wir kommen ordentlich ins Schwitzen.

Gegen 14.00 Uhr essen wir eine Kleinigkeit zu Mittag und gehen kurz ins Hotel zum "Frisch-machen" um gleich anschließend in den Ort Pokhara zu gehen.

Das Zentrum Pokhara’s bildet das quirlige Marktviertel, lokal Basar genannt. Bevor wir uns in das Zentrum des Ortes stürzen, besichtigen wir den Bindya-Vasini-Tempel. Pokharas bekanntester Tempel befindet sich am Nordrand der Stadt auf einem kleinen Hügel und ist der Göttin Durga in ihrer Form als Bindya Vasini geweiht. Die Figur der Göttin ist gänzlich aus Shalagrama gefertigt, einem Ammonit-Fossil aus der Jura-Periode (vor über 100 Mio.Jahren).

Anschließend besuchen wir das Stadtzentrum, die Basare. Zahlreiche Läden und Märkte laden zum einkaufen ein.

Danach schauen wir uns in einer Tibetischen Siedlung um. Etwa 3 km südwestlich des Flughafens liegt die Ansiedlung Tiashiling, wo in guter alter Tradition Teppiche gewebt werden.

Nun führt unser Weg über eine Hängebrücke. Die Mahendrapul im Basar-Viertel überquert den Seti Gandaki, der ansonsten zum Teil unterirdisch verläuft.

Den Abschluss unseres heuten Tagesprogramms bildet ein Wasserfall – Der Devis Fall. Dieser befindet sich ca. 2,5 km südwestlich des Flughafens am Siddharta Highway. Eigentlich weiß niemand genau, wer hier in seinen Tod gestürzt ist – verschiedenen Erzählungen zufolge war es eine Mrs. Devis, ein Mr. David oder jemand mit ähnlich klingendem Namen. Dementsprechend viele Namensvarianten gibt es für diesen Ort. Der Devis Fall – so hat ihn Jan genannt – wird vom Pardi Khola gespeist, der dem Fewa Lake entspringt, teilweise unterirdisch weiterfließt und sich schließlich in einen Wasserfall ergießt.


back1 Sonntag, 06.10.2002 – Bootsfahrt – Wanderung

Auch heute unternehmen wir eine 1-stündige Bootsfahrt, diesmal über den Begnas-See, um anschließend eine ca. 2 1/2 stündige Wanderung auf dem Kamm des Sundari Danda, über Bhanjyang, zu unternehmen. Unser Pfad steigt leicht an durch Haselnuss- und Saalwälder. Wir besuchen die Dörfer oben auf dem Höhenrücken und bekommen atemberaubende Rundblicke auf die Zwillings-Seen Rupa und Begnas.


back1 Montag, 07.10.2002 – Gorkha

Heute, am vorletzten Tag unserer Rundreise fahren wir nach Gorkha. Die Gründer Gorkhas waren Brahmanen sowie Rajputen, die Angehörigen einer Krieger-Kaste aus Rajasthan in Indien, die sich im 17.Jh. vor den Moslems hierhin in Sicherheit gebracht hatten. Die Könige der Shah-Dynastie, die Gorkha regierten, erwiesen sich als begnadete Feldherren und dehnten ihr Territorium beständig aus. 1768 eroberten sie das Tal Kathmandu und schufen somit das Nepal in etwa seiner heutigen Ausdehnung.

Heute ist das 1142 m hoch gelegene Gorkha eine friedliche und ruhige Stadt, in der nur noch das hoch auf dem Bergrücken gebaute alte Fort und der Königspalast an die kriegerische Vergangenheit erinnert.

Der Aufstieg ist sehr steil und anstrengend, beginnt mit einer Treppe und der weitere Weg führt durch eine an den Berg gebaute Ansiedlung. Wir werden mit einer wirklich fesselnden Aussicht belohnt.

Für viele Einwohner gehört es zum Tagesablauf, frühmorgens zum Gebet zum Kali-Tempel hochzupilgern.

Am Nachmittag fahren wir 135 km zurück nach Kathmandu.


back1 Dienstag, 08.10.2002 – Schlachtopfer-Zeremonien in Dakshinkali Stupa von Swayambhunath – Patan - Tibetanisches Flüchtlingslager

Heute finden die Schlachtopfer-Zeremonien in Dakshinkali statt, knapp 20 km außerhalb von Kathmandu.

Der Tempel der Dakshinkali, der "Kali des Südens", befindet sich in einer Schlucht zwischen zwei Felshügeln, am Zusammenfluss von zwei Flüssen.

Die meisten Pilger in Dakshinkali finden sich Samstag morgens ein, dann stehen Hunderte von Familien Schlange, den Gockel unter dem Arm, und warten, bis ihre Opfergabe an der Reihe ist. Ein Priester schneidet den Tieren den Hals durch und lässt das Blut auf eine Kali-Figur träufeln. Der zweitwichtigste Opfertag ist der Dienstag, an dem aber normalerweise weit weniger Pilger eintreffen. So aber nicht heute, denn inzwischen hat das wichtigste Fest Nepals begonnen: das Dasain oder Durga Puja. Die Feierlichkeiten dauern gut 10 Tage. Das Dasain ist der Göttin Durga gewidmet und symbolisiert den Sieg des Guten über das Böse. Die Häuser werden rituell gereinigt, ausgebessert und geschmückt, da der Besuch der Göttin erwartet wird. Aufgrund dieses Festes haben sich auch heute zahlreiche Pilger an dieser Stätte eingefunden.

Die Stupa von Swayambhunath, ca. 2 km westlich von Kathmandu auf einem legendenumwobenen Hügel gelegen, ist fast ein Wahrzeichen der Stadt. Dies ist einer der heiligsten Orte des Kathmandu-Tales, der allerdings auch von einer unheiligen Herde Affen bevölkert wird, die ihm den Namen "Monkey Temple" eingetragen hat.

Nachmittags besuchen wir die Königsstadt Patan, mit dem Durbar Square ("schönster Stadtplatz der Erde") und der mittelalterlich wirkenden Stadt.

Patan ist nur durch den Bagmati von Kathmandu getrennt und somit dessen Zwillingsstadt. Mit ca. 300.000 Einwohnern ist es die zweitbevölkerungsreichste Stadt des Kathmandu-Tales, seine Fläche liegt mit 385 km² nur geringfügig unter der Kathmandus (395 km²).

Wie Kathmandu und Bhaktapur so hat auch Patan seinen Durbar Square, den "Platz des Königshofes", der sich um die alten Palastanlagen erstreckt.

Alle sich hier befindlichen Tempel zu beschreiben, würde jeden Rahmen sprengen!

Besuch des Tibetanischen Flüchtlingslagers.                                    Das "Tibetan Refugee Camp" im südwestlichen Stadtteil Jawalakhel ist eines der Zentren der Teppichweberei in Nepal, man kann bei den Arbeiten zusehen und – selbstverständlich – auch kaufen.

Zurück in Kathmandu werden wir zum Abschluss unseres "Traumurlaubs" abends zu einem nepalesischen Abschieds-Dinner eingeladen.


back1 Mittwoch, 09.10.2002 – Heimflug

Heute heißt es Abschied nehmen von Nepal und von Jan. Schade, die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Es war wunderschön und mit unserem Spitzen-Reiseleiter Janardan Mudbari (wie er eigentlich richtig heißt) wurde es ein unvergessliches Erlebnis. Jan bringt uns noch zum Flughafen und sorgt auch hier noch für einen reibungslosen Ablauf.

Wir haben uns fest vorgenommen, wiederzukommen. Denn: Wir haben die Berge nicht gesehen!

 

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